Jugendtag in Wiernsheim - Der Gottesdienst
„Licht vom Licht erleuchte mich“ (Nr. 99) singen rund 1200 Jugendliche und ihre Begleiter aus dem Apostelbereich Karlsruhe, die am Morgen des 27. Juni 2010 den Weg in die Lindenhalle nach Wiernsheim gefunden haben. Als Textwort für den Jugendgottesdienst verwendet Apostel Herbert Bansbach das Gleichnis aus Lukas 6, 39: „Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen?“.
Auf das Lied der Sänger („Herr, komme bald“) eingehend fragt der Apostel die Jugendlichen, ob jemand unter ihnen ist, der heute noch nicht für die Wiederkunft Jesu gebeten habe. Er wünscht sich, dass dies das letzte Mal gewesen sein ist, denn die Erwartung auf den Tag der Wiederkunft Jesus ist Zentrum des neuapostolischen Glaubens.
Schon vor einigen Monaten ist das Motto des Jugendtages, in Anlehnung an den europäischen Jugendtag 2009, festgelegt worden: „Lass dein Licht leuchten“. Besonders gefreut hat sich der Apostel, als er ein Rundschreiben von Stammapostel Wilhelm Leber erhalten habe. Darin bittet der Leiter der neuapostolischen Kirche die Apostel, am Sonntag 27. Juni 2010 mit dem kürzesten Gleichnis Jesus zu predigen.
In diesem Textwort ist von Blinden die Rede. Mit Blick auf den Gottesdient zum Gedenken an die Entschlafenen, der am kommenden Sonntag stattfinden wird, vergleicht der Apostel die Blinden mit Seelen in der Ewigkeit, die noch nichts von Jesus und seiner Gnade gehört haben.
Das Team, das den Altarschmuck für diesen Jugendtag gestaltet hat, schrieb dem Apostel am Samstagabend eine E-Mail um ihm ihre Gedanken beim Schmücken mitzuteilen. Auf und vor dem Altar stehen einige Kerzen, die die Gottesdienstteilnehmer daran erinnern sollen, ihr Licht leuchten zu lassen. Desweiteren sind sieben Blumenkugeln im Altarbereich platziert, die stellvertretend für eine Gruppe von Jugendlichen stehen sollen, die das gleiche Schicksal teilen:
- Manche junge Menschen sind so verzweifelt, dass sie keinen Ausweg mehr sehen und sich das Leben nehmen.
- Für einige Zeitgenossen haben andere Menschen keinen Wert oder Daseinsberechtigung, sodass ihre Opfer durch Gewaltausübung sterben.
- Viele Kinder werden nicht geboren, „weil jemand was dagegen hatte“. Auch diese Unbekannten sollen nicht vergessen werden.
- Ein Teil der Menschen, die jeden Tag diese Welt verlassen müssen, verlieren ihr Leben durch Unfälle und Unglücke.
- Auch Jugendliche werden so schwer krank, sodass sie daran sterben.
- Jede Woche erfährt man durch die Medien von Naturkatastrophen, bei denen Tausende Menschen umkommen.
- Es gibt nur wenige Regionen auf der Erde, in den Frieden herrscht. In den übrigen Gebieten werden Opfer von Krieg und Verfolgung.
Was macht einen geistig Blinden, wie er von Jesus im Gleichnis beschrieben wird, aus? Blinde sehen und erkennen das Verdienst Jesus nicht. Desweiteren sind sie sich der Bedeutung der Gnade nicht bewusst, da sie oft in einer gnadenlosen Umgebung aufgewachsen sind. Für sie ist es völlig fremd von der Gnade anderer abhängig zu sein. Geistig Blinde wissen auch nicht, dass Heil und Versöhnung auf der Erde vermittelt werden. Schließlich ist es für solche Seelen aufgrund ihrer Verhältnisse unvorstellbar, ein Leben in Zuversicht und Freude zu führen, denn sie wissen nicht, dass Gott hilft und unterstützt.
Ein schönes Beispiel dafür, wie einem mit geistiger Blindheit Geschlagenen geholfen werden kann, hat Jesus selbst gegeben (Markus 8, 22ff).
Zuerst nahm Jesus den Kranken bei der Hand und führte ihn aus dem Dorf Betsaida (dt.: Jägerhaus). Der Ort ist gleichbedeutend mit dem Zustand, in dem die Blinden gefangen sind. Danach legte Jesus die Hand auf die Augen des Blinden wodurch dieser etwas besser sehen konnte. Diese Handlung setzt der Apostel mit der Sündenvergebung gleich die dazu führt, dass man etwas besser sehen kann wenngleich nicht die volle Sehstärke erreicht wird. Jesus legte dem Kranken ein zweites Mal die Hand auf die Augen, sodass der kranke Mann seine volle Sehkraft erhielt. Das entspreche der Versiegelung mit dem heiligen Geist, wodurch man als Christ deutlich sehen könne. Schließlich gab Jesus dem Geheilten den Rat: „Geh nicht hinein in das Dorf“. Damit will Jesus davor bewahren, dass man sich erneut in Gefahr begibt.
Zum Abschluss seines Dienens ermuntert Apostel Bansbach die Anwesenden für die unerlösten Seelen zu beten und somit ein Licht zu sein: „Ich wünsche euch, dass ihr die kommende Woche so intensiv erlebt, wie noch nie zuvor“.
Im Anschluss an die Predigtbeiträge von Bezirksältester Rolf Bonnet, Bezirksältester Gerd Merkel und Bischof Jürgen Kieselmann und nach der Feier des heiligen Abendmahls endet der Jugendgottesdienst.
Bildergalerie
Bericht: Christoph Nölke
Fotos: Benny Kallenberger, David Schäfer
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