Jugendtag in Zirndorf - Know Your Apostle
Nach der Mittagspause des "Kleinen Jugendtags", den die Jugendlichen des Apostelbereichs Nürnberg am 25. Juli 2010 erlebten, beantwortete Apostel Dieter Prause einige Fragen, die ihm im Vorfeld gestellt wurden.
Welche Ausbildung und welchen Beruf haben Sie vor Ihrer Tätigkeit als
Apostel gelernt/ausgeübt?
Ich war so etwas ähnliches wie ein Zöllner. Nach der mittleren Reife habe ich eine Ausbildung beim Finanzamt gemacht. Kurz danach habe ich die Möglichkeit bekommen ein Studium zum Diplom-Finanzwirt zu absolvieren und habe dann als Betriebsprüfer gearbeitet. Einige Jahre später bin ich in die Oberfinanzdirektion versetzt worden, wo ich bis 1990 tätig war.
Welche Streiche können Sie aus Ihrer Kindheit und Jugendzeit berichten?
Das ist eine heikle Sache, denn einer meiner Söhne ist heute hier. Ich habe zu meinen Söhnen immer gesagt: „Ich bin froh, dass ihr nicht solche Dinger gedreht habt, wie ich früher.“ Worauf ich zur Antwort bekommen habe: „Papa, du weißt auch nicht alles.“.
Das Übliche wie z.b. Klingelputzen. Einmal haben wir einem Nachbarn Eisenbahnschwellen schräg an die Türe gelehnt, die Türe zugebunden und die Sicherung herausgedreht. Dann haben wir aus der Nähe beobachtet, wie er die Türe geöffnet hat.
Aus versehen haben wir auch einmal die Inn-Böschung angezündet. Da starker Wind wehte hat sich das Feuer trotz aller Vorsicht ausgebreitet und konnte von uns nicht mehr gelöscht werden. 200 Meter flussaufwärts befand sich ein Sägewerk. Die Feuerwehr musste ausrücken und verbuchte den Einsatz als Übung. Die Polizei schnappte sich einen Jungen, der schon einen schlechten Ruf hatte. Doch meine Mutter nahm den Jungen in Schutz und sagte: „Lassen sie ihn. Er war es nicht. Meine Kinder waren auch beteiligt.“
Wie haben Sie Ihre Frau kennen gelernt?
Im Kreis der Jugend. Wir kannten uns schon einige Jahre und nach gut 4,5 Jahren hat es an ihrem Geburtstag, der gleichzeitig mein Entlassungstag von der Bundeswehr war, gefunkt. Als ich am Pfingstmontag bei meinem zukünftigen Schwiegervater um die Hand seiner Tochter angehalten habe war die Reaktion meiner zukünftigen Schwiegermutter: „Ach du großer Gott. Muss denn das sein?“.
Wie war Ihre Jugendzeit? Waren Sie immer standhaft im Glauben?
Nein. Aber ich habe nie einen Gottesdienst oder eine Singstunde ausgelassen. Auch wenn ich mich nicht immer darauf gefreut habe.
Was waren einschneidende Glaubenserlebnisse?
Als ein Gästegottesdienst angesetzt war haben wir im Jugendkreis gehofft, dass ein bestimmter Priester nicht zum Mitdienen aufgerufen wird. Er wurde aufgerufen. Nach dem Gottesdienst haben wir mitbekommen, dass zwei Gäste sich gerade von jenem Priester angesprochen gefühlt haben.
Im Urlaub ging der Motorradschlüssel verloren. Rund 30 Leute haben eine halbe Stunde lang nach diesem Schlüssel gesucht und nicht gefunden. Am nächsten Tag hat etwas in der Sonne geglitzert – es war der Schlüssel.
Stammapostel Fehr wünscht sich bei einem Besuch einer Gemeinde, dass wenigstens noch 12 Seelen versiegelt werden. 3-4 Monate später konnte ich dort 11 Erwachsenen und 3 Kindern heiligen Geist spenden.
Wie sind Sie an der Ökumene/Öffentlichkeitsarbeit beteiligt?
Ich bin in keinen entsprechenden Arbeitsgruppen tätig. Aber im Rahmen meiner Arbeit habe ich immer wieder mit Personen des öffentlichen Lebens und Geistlichen zu tun.
Welche Erlebnisse haben Sie vom EJT mitgenommen?
Nur die Besten. Ich möchte euch ein grandioses Zeugnis ausstellen. Euer Auftritt am EJT in Düsseldorf hat alle begeistert und berührt. Ich glaube, solche Freude und Disziplin hat dort noch niemand erlebt/gehört. Es wurde Großartiges geleistet.
Welche Aufgaben hatten Sie beim EJT?
Ich war nicht in offizielle Aufgaben eingebunden. Ich hatte lediglich einmal am süddeutschen Stand Dienst.
Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile des Apostelamts?
Nachteile: Es ist eine immense Verantwortung den Lehrauftrag Jesu zu erfüllen. Liebe Jugend, betet für das Apostolat – es ist keine einfache Aufgabe.
Vorteile: Man hat besondere Begegnungen mit dem Stammapostel, den Aposteln und Geschwistern. Die Arbeit in Projektgruppen erweitert den Horizont und man lernt neue Kulturen und die Probleme in anderen Gebieten kennen.
Am Tag des Herrn sind wir alle gleich. Da hat auch ein Apostel keine Vorteile.
Was können Sie von Ihren Missionsreisen erzählen?
Auf meiner ersten Missionsreise mit Apostel Fischer reiste ich zur Einführung nach Afrika. Wir mussten umdisponieren, sodass ich bereits am ersten Tag meinen ersten Gottesdienst halten musste. In dem Gottesdienst wurde über 40 Seelen getauft und etwa 300 versiegelt. Das war wie der Wurf ins kalte Wasser.
Als ich in der Ukraine mit einem Gemeindevorsteher unterwegs war bog er unerlaubter Weise ab und wurde von der Polizei angehalten. Der Evangelist stieg aus, sprach mit dem Beamten und gab ihm einen Geldbetrag. Als er wieder einsteigen wollte hielt er inne und ging zurück. Nach einem kurzen Wortwechsel gab der Polizist ihm das Geld wieder zurück und ließ sie weiterfahren. Auf Nachfragen des Apostels erklärte der Evangelist, dass er dem Polizisten gesagt habe: „Im Auto sitzt ein Apostel der neuapostolischen Kirche. Der vergibt jeden Sonntag allen in Kiew die Sünden. Kannst du mir diese eine Sünde nicht auch vergeben?“
Welche Wünsche oder Verbesserungsvorschläge haben Sie an uns?
Verbesserungsvorschläge habe ich keine. Aber ich erinnere mich an einen Jugendgottesdienst in dem ein Bischof gesagt hat: „Liebe Jugend werdet so wie ich... - … werden soll.“
Ich wünsche mir, dass ihr treu bleibt und eure Gaben in das Werk Gottes einbringt.
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