Jugendtag in Zirndorf - Der Gottesdienst
Es ist Sonntag, 25. Juli 2010, 10.30 Uhr. In der nahezu vollbesetzten Paul-Metz-Halle in Zirndorf singt die 605 Personen zählende Gemeinde das Lied „Alles ist an Gottes Segen gelegen“ (Nr. 147). Der „kleine Jugendtag“ des Apostelbereichs Nürnberg, der unter dem Motto „Befiehl Gott deine Wege“ steht, beginnt.
Als Textwort für diesen Jugendgottesdienst wählt Apostel Dieter Prause Sirach 2, 6-7: „Vertraue Gott, so wird er sich deiner annehmen; geh gerade Wege und hoffe auf ihn! Die ihr den Herrn fürchtet, vertraut ihm, und euer Lohn wird nicht verloren gehen.“.
Zu Beginn des Gottesdienstes bedankt sich der Apostel bei den Jugendlichen für ihre Arbeit, die sie im Vorfeld gebracht haben und im Lauf des Tages noch bringen werden. Es ist kaum vorstellbar, welcher Aufwand für einen solchen Tag notwendig ist, so der Apostel. Für uns ist es fast selbstverständlich, dass genügend Nahrung vorhanden ist und Friede herrscht. Doch es ist wichtig, dass man daran denkt, dass dies für viele Menschen auf der Welt nicht zutrifft.
Bezugnehmend auf das Lied der Sänger „Zeige uns den Weg“ erinnert der Apostel an den Jugendgottesdienst am europäischen Jugendtag 2009 bei dem der Gedanke „Ich strecke mich nach dem Ziel...“ im Mittelpunkt stand. Er stellt den Jugendlichen die Frage, wieviele (neue) Wege sie in den letzten Monaten mit Gott gegangen sind. Man müsse sich immer wieder neu dafür entscheiden, den lieben Gott mit einzubeziehen, so der Apostel weiter.
Beim Lesen des Textwortes könnte der Gedanke aufkommen, dass der liebe Gott nur dann für uns da ist, „wenn wir Gott vertrauen und ihm etwas bringen/geben“. Doch dem ist nicht so. Gott ist mit dem Opfer seines Sohnes bereits in Vorleistung getreten. Wer Gott sein ganzes Vertrauen schenkt und ihm die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten, der hat einen sicheren Grund. „Gebt Gott die Gelegenheit euch zu lenken“ fordert der Apostel die GD-Teilnehmer auf.
Sirach fordert die Menschen auf, gerade Wege zu gehen. Was sind sind gerade Wege? „Halte dich stets zum Herrn und zu seinem Altar; nimm sein Wort auf und folge ihm gläubig nach“ empfiehlt der Apostel. Es ist wichtig, dass nicht nur auf die eigene Kraft gesetzt wird sondern Gott bei der Lebensplanung mitgestalten darf. Andernfalls kann es sein, dass man das Bibelwort „wer sein Haus ohne Gott baut, hat umsonst gebaut“ erleben muss.
Ein Negativbeispiel für den Umgang mit dem Vertrauen ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Dieser ließ sich von seinem Vater ausbezahlen und verließ das Vaterhaus um das Erhaltene zu verprassen. Übertragen auf das Geistige ist das ein Hinweis, nicht das Vaterhaus zu verlassen und seinen Glauben sowie die Werte des Evangeliums zu verprassen oder zu verleugnen.
Als jugendlicher Sänger habe er stets gesungen „Bewahr auf meinen Wegen mich, Herr, mit starker Hand“ bis ein anderer Sänger ihm erklärt habe, dass es in dem Lied eigentlich heißt: „Bewahr auf DEINEN Wegen ...“, so Apostel Prause. Er fragt die Jugendlichen, ob es nicht immer wieder so sei, dass man erst dann, wenn es eng wird, fragt: „Lieber Gott, was sagst du?“. Es ist selbstverständlich, dass nicht wegen jeder Entscheidung der Seelsorger kontaktiert werde. Aber es muss eine Wertigkeit vorhanden sein: die Wege Gottes sollen Vorrang haben vor den eigenen Gedanken. Dies gelingt am Besten, wenn der Wunsch im Herzen steht: „Gott, lenke und leite du alles so, wie es mir zum Besten dient.“. Dazu ist aber auch die Bereitschaft notwendig ,einemal die eigenen Ideen loszulassen, wenn Gott etwas anderes vor hat.
In Vers 7 des Textwortes („Die ihr den Herrn fürchtet, vertraut ihm [...]“) wird ein enger Zusammenhang zwischen Gottesfurcht und Gottvertrauen deutlich: „Wie will sich jemand von Gott leiten lassen, wenn er sich nicht in Gottesfurcht findet und bereit ist Gott zu erhöhen?“ fragt der Apostel. Er mahnt die Jugendlichen nie die Grenzen des Evangeliums zu überschreiten oder oder gar erweitern zu wollen. „Das (Evangelium) muss der Rahmen für das Leben als Gemeinde Jesus Christus sein und bleiben.“
Im Gebet „Unser Vater“ heißt es: „[...] Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. [...]“. Der Himmel ist weit weg, doch „auf Erden“ bedeutet, dass jeder Einzelne den Willen Gottes in seinem direkten persönlichen Umfeld umsetzen muss. „Das ist manchmal gar nicht so einfach“, ist sich Apostel Prause sicher. Er erinnert an die überwiegend Menschen, die am Vorabend bei einer Massenpanik im Rahmen der Loveparade ums Leben gekommen sind und bittet die Jugendlichen auch für diese Menschen zu beten, dass sie Gnade finden und selbst vergeben können.
Abschließend gibt der Apostel den Anwesenden einen Rat, den sie in Zukunft beherzigen sollen: „Richtet euch nach dem Wort Gottes und übernehmt Verantwortung in dem ihr euch mit euren Gaben in die Gemeinschaft einbringt. Und vergesst nie eure Opfer zu bringen.“. Dann ist gewährleistet, dass Gott die Treue belohnt.
Im Anschluss an die Predigtbeiträge von Bezirksältester Wolfgang Amschler (Bezirk Bamberg) und Bischof Udo Göhlmann und der Feier des heiligen Abendmahls endet der Gottesdienst.
Bildergalerie Gottesdienst
Bericht: Christoph Nölke
Fotos: Carsten Schäfer, Markus Ringer
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