Jugendtag in Reutlingen - Go(o)d Morning
Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Das sei alle meine Tage“ läuten die Jugendlichen sowie deren Betreuer aus dem Apostelbereich Nürtingen die „Go(o)d Morning“ genannte Stunde der Jugend ein. Nach Gebet und einer kurzen Begrüßung durch Apostel Volker Kühnle bringt Moderator Jens Sippel die Anwesenden ins Grübeln: „Wie kann man einer Amöbe, die weder sehen, hören noch sprechen kann erklären, was ein Mensch ist?“ Eigentlich unmöglich. Ebensoviele Probleme hat Gott mit den Menschen, wenn er ihnen erklären möchte, wer er ist. Mit Jesus hat er einen Weg gefunden, mit uns auf „Augenhöhe“ zu kommunizieren. Charakteristisch dafür sind die „Ich bin...“- Worte Jesu, mit denen sich die Jugendlichen aus den sieben Bezirken beschäftigt haben und die als Mosaike dargestellt werden.
„Ich bin das Brot“
Der Bezirk Reutlingen-West stimmt mit dem Lied „Er ist das Brot des Lebens“ auf diese Aussage ein. Auf dem Bild ist ein Fötus zu sehen, der mit einem Brot durch die Nabelschnur verbunden ist. Nur über die Verbindung der Nabelschnur erhält ein Embryo vom Mutterkuchen was er braucht. Ebenso wie ein Mensch das Brot zum Leben braucht. Der Embryo ist durch eine blaue Kugel geschützt, welche die Erde darstellen soll. Ebenso wie Gott uns leibliches Brot geben kann (Speisung der 5000) kann er auch nicht-vergängliches Brot geben, welches für unsere Seele und das ewige Leben erforderlich ist.

„Ich bin das Licht“
Auf dem Bild der Jugend aus Reutlingen-Süd weist ein Leuchtturm einem kleinen Schiff den Weg durch die aufgewühlte See. Licht ist für jeden da, wie die Liebe Gottes die uns vor Gefahren schützt und dafür sorgt, dass wir uns nicht verirren. Auch wir können ein Licht sein, indem wir uns dafür entscheiden, dem Weg Gottes zu folgen. Er schenkt uns durch sein Licht Hoffnung, Zuversicht und Freude. Ein besonderer Höhepunkt des Vortrags ist das in Mundart vorgetragene Lied „Der Herr ist mein Licht“. Der schwäbische Text sorgt für allgemeine Heiterkeit und viel Applaus.
„Ich bin die Tür“
Zwei Wege zur Tür des Himmels sind auf dem Mosaik der Kirchheimer Jugend zu sehen. Der rechte Weg ist breit, wird aber von einer Schlucht durchtrennt und reicht nicht bis zur Tür. Der linke Weg ist eine Hängebrücke mit wackeligen Brettern. Diese sieht zwar nicht vertrauenserweckend aus, reicht aber bis zur Tür des Himmels. Durch gegenseitige Hilfe und mit Vertrauen zu Gott ist auch der mühsame linke Weg zu bewältigen. Dieses Bild stellt auch dar, dass Jesus Christus sich opfern musste, um diese Tür zu schaffen. Die Tür ist für alle offen, aber nur durch Jesus kommt man zum Ziel.

„Ich bin der gute Hirte“
Im Zentrum des in Esslingen entworfenen Bildes steht der Hirtenstab – umgeben von einem Herz, welches die große Liebe von Jesus darstellen soll, die auch dann noch gültig ist, wenn man sich von Gott entfernt. Ein Auge symbolisiert den Weit- und Überblick Gottes, der uns schützt. Zum Abschluss folgte eine instrumentale Interpretation des Kinderliedes „Weil ich Jesu Schäflein bin“. Vorgetragen von Klavier und einer Geige.
„Ich bin die Auferstehung und das Leben“
Schwarz-Rot-Gold. Diese Farben wählten die Jugendlichen aus Degerloch für ihre Darstellung der Auferstehung Jesu. Inspirirend für das Mosaik war der Ausbruch des isländischen Vulkans. Das Bild eines aktiven Vulkans, der das Gestein durchbricht um das heiße Magma zu versprühen, lässt sich gut auf das Wirken Jesus übertragen. Der schwarze Teil steht für Tod und Dunkel, die Flamme stellt das Leben dar, der rote Teil das ewige Leben.

„Ich bin der Weg“
„Highway to hell“ (AC/DC) schallt durch die Kirche und wird mit Begeisterung aufgenommen. „Ich bin gottlos glücklich!“ „Ich bleibe lieber im Bett liegen!“ „Ich sorge mich nicht um meine Seele!“ „Ich hab kein Bock auf Singstunde!“ Dies sind alles Gründe, warum sich der ein oder andere nicht zur Kirche und dem Gottesdienst aufmacht. Es folgt das Bild einer SMS schreibenden Jugendlichen im Gottesdienst. „Schaffe ich es noch zum WM-Spiel?“, folgt mit einem Blick auf die Uhr. „Hat der schon wieder überzogen?“ Auf dem Mosaik ist das EJT-Kreuz als Weg zur Helligkeit dargestellt. Einen bestimmten Weg zu gehen, was heißt das? Jesus hat uns vorgelebt, wie wir uns verhalten sollen, um zu ihm zu kommen.
„Ich bin der Weinstock“
Jesus hat uns seinen Slogan hinterlassen: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht.“ Im Natürlichen heißen diese Sprüche „Kenner trinken Württemberger“ oder „Badischer Wein – von der Sonne verwöhnt.“ Der schwäbische Slogan beginnt mit dem Wort „Kenner“. Um Kenner und Könner zu werden, muss man sich jahrelang aktiv mit der Materie beschäftigen. Ebenso ist es auch im Glauben. Meistens sind „Kenner“ auch „Bekenner.“ Der badische Slogan endet mit den Worten „von der Sonne verwöhnt“. Je mehr Sonne die Trauben erhalten, umso süßer werden die Trauben. Ebenso will Jesus uns das Leben versüßen. Der liebe Gott will nur das Beste für uns, auch wenn wir es manchmal nicht verstehen.
Zum Schluss bedankt sich der Apostel bei den Mitwirkenden und fügt noch ein „Ich bin“-Wort hinzu: „Ich bin stolz auf euch!“. So einprägsam habe er diese „Ich bin“-Worte noch nie empfunden. Mit einem kurzen Ausblick auf den Jugendtag im nächsten Jahr (München) entlässt er die Jugendlichen in die Mittagspause.
Bildergalerien Go(o)d Morning 1, Go(o)d Morning 2
Bericht: Lisa Gibson, Christoph Nölke
Fotos: David Schäfer
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