Der Gottesdienst
Der 20 Kilometer weiter nordöstlich beheimatete VfB Stuttgart hat gestern die Fußballsaison mit dem Meistertitel beendet. Heute beginnt für die Jugend aus den Bezirken Nürtingen, Stuttgart und Tübingen mit dem Ersten der acht deutschen Jugendtage die Jugendtagssaison 2007. Bezirksapostel Michael Ehrich wurde von Apostel Wilhelm Hoyer aus Nordrhein-Westfalen am Sonntag, 20. Mai, zum Jugendgottesdienst in den Glaspalast Sindelfingen begleitet.
In der umfunktionierten Sporthalle, in der eigentlich Athleten um den Sieg ringen, ringen zunächst 4.200 Jugendliche nach frischer Luft. Denn mit Höchstwerten von bis zu 25 Grad steht die Luft in der Halle förmlich. Während die letzten Jugendlichen ihren Platz suchen, proben die 115 Spielerinnen und Spieler des Orchesters und mehr als Tausend Sängerinnen und Sänger des Chores. Nur noch wenige Minuten bis zum Auftakt des Gottesdienstes. Punkt zehn Uhr, ist es soweit: Die Orgel wird lauter. Der erste Jugendtag in diesem Jahr hat offiziell begonnen!
Wohin sollen wir gehen?
„Jesu, meiner Seele Leben“ (GB 353) singen alle Anwesenden und der am Altar angekommene Bezirksapostel, die Apostel und Bischöfe zu Beginn. Als Grundlage der Predigt hat Bezirksapostel Michael Ehrich eine Textstelle aus Johannes 6, Vers 66 bis 69 ausgewählt: „Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm. Da fragte Jesus die Zwölf: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“
Der Bezirksapostel Süddeutschlands stellte zu Beginn seiner Predigt heraus, dass gewiss niemand nach der Speisung der 5.000 dies je vergessen hat. Auch uns würde das heute nach dem Durchleben eines solchen Ereignisses so gehen. Kurz nachdem Jesus dieses Wunder getan hatte, sagte er, dass er „das Brot des Lebens“ sei. „Daraufhin gingen eben die, von denen in unserem Textwort die Rede ist, von ihm“, so der Bezirksapostel. Auch in unserem Leben solle es so sein, dass wir wie Apostel Petrus aus dem Glauben heraus dem Herrn vertrauen und bei ihm bleiben. „Bei Petrus war der Glaube Grundlage des Bekenntnisses. Ist das auch bei uns so?“
Fürchte dich nicht, glaube nur!
„Ich wünsche uns, dass wir immer mehr einen Glauben wie einen Fels bekommen“, stellte er heraus. Auf der Anzeigetafel war das Motto für den Jugendtag zu lesen: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“. „Das lege ich euch ebenso ans Herz, lasst euch doch immer wieder ohne doppelten Boden und ohne Netz in euren Glauben fallen, denn das ist Grundlage, auch für Glaubenserlebnisse“, betont Bezirksapostel Ehrich.
Stammapostel Wilhelm Leber sprach in der Vergangenheit oft von einem souveränen Umgang mit dem Glauben. So solle ein Jeder souverän mit seinem Glauben umgehen. Eine kleine Spinne, die über das Mikrofon krabbelte, erinnerte Bezirksapostel Ehrich an den Jugendtag auf dem Killesberg 2005. Dort war oft die Rede vom „Faden nach oben“. Er erinnerte zum Schluss seiner Predigt daran, „ihn niemals zu kappen“ und bat Apostel Wilhelm Hoyer fortzufahren.
Drei Wünsche
Der Apostel der Bezirke Bochum, Dortmund, Ennepe-Ruhr und Herne (NRW) stellte die drei Wünsche vor, die der Stammapostel ihm mit auf dem Weg nach Sindelfingen gab: „Einen freudigen Geist, eine tiefe Liebe und große Weisheit sollte ich hier finden“, so Apostel Hoyer. „Das habe ich heute in euch und eurem Bezirksapostel gefunden“. Ein Zeitgenosse habe mal gesagt, dass „in unserer Gesellschaft nichts Gutes mehr ist, weil wir die Souveränität über uns selbst verloren hätten. Erinnern wir uns stets an die göttliche Souveränität, dann ist in unserem Herzen stets nur Gutes.“
Der Apostel bat, dass ein jeder ein Bekenntnis ablege, in dem er Jesus Christus als den Einzigen in seinem Herzen herausstellte. „Ich wünsche mir, dass alle die heute hier in Sindelfingen sind, auch in zwei Jahren in Düsseldorf beim Europa-Jugendtag dabei sind“. Bezirksapostel Ehrich bat Bezirksevangelist Wolfgang Oehler aus dem Bezirk Stuttgart/ Leonberg an den Altar, da „Bezirksämter ja nicht so oft am Jugendtag“ mitdienten.
Wenn man in besonderen Situationen, zum Beispiel in Prüfungen keine Angst hat, „dann ist das schön!“ Durch das Gebet und Bekennen bekäme man eine unglaubliche Sicherheit im Herzen, die einem niemand rauben könnte. Anschließend gab Bischof Eberhard Koch aus dem Apostelbereich Nürtingen noch einige Gedanken an die Jugend weiter. Ein Mann habe einmal gesagt: „Ich respektiere das Christentum. Nur bei den meisten fehlt mir das wahre Bekenntnis“. Der Bischof wünschte sich, dass dies „auf uns nicht zutrifft. Lasst uns immer wieder bekennen!“ Man könne nur im Bekennen wachsen, wenn man vorher zuhörte. Also sollten wir dem lieben Gott zuhören, ihn beobachten und ihn erwarten.
Ein Tag voll Glanz und Pracht
Zuletzt diente Apostel Wolfgang Eckhard aus dem Bezirk Freiburg der Jugend. „Es ist ein Tag voll Glanz und Pracht“ sang der Chor vor seiner Predigt. In seinem Missionsgebiet Ghana in Afrika versuchten viele Gemeinschaften, unsere Geschwister von diesem Tag abzulenken. Auch hier sei dies so. „Lassen wir uns nicht ablenken!“ Wenn man den Glauben mit seinem Mund bekennen kann, dann hat man ihn verstanden. Und wenn man diesen verstandenen Glauben auch noch in die Tat umsetzt, dann würde man am „Tag voll Glanz und Pracht“ auch angenommen und könnte diesen und die ewige Herrlichkeit auch mitgenießen.
Nach den Predigten feierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugendtags Sindelfingen gemeinsam das Heilige Abendmahl. Auch den Entschlafenen spendete Bezirksapostel Ehrich das Abendmahl und erinnerte an zwei junge Brüder, die „erst in den vergangenen Wochen in die Ewigkeit gezogen sind.“ Anschließend sang die Gemeinde das Lied „Wie wird uns sein“ (GB 404) und ließ „diese besonderen Augenblicke so ausklingen“.
Alles wunderbar
„Wir freuen uns jetzt auf den Nachmittag. Aber ich persönlich freue mich besonders auf den Pfingstgottesdienst, den wir am nächsten Sonntag mit unserem Stammapostel in Hamburg erleben dürfen.“ Nicht verkneifen konnte er sich eine Bemerkung zur Meisterschaft. „Hier in der Stadt des neuen Meisters funktioniert ja alles wunderbar. Eigentlich sind wir das ja in Süddeutschland gewohnt“, schmunzelte er und lauschte dann dem Abschlusslied von Orchester und Chor „Jauchzet und singet“.
Bildergalerie vom Gottesdienst
Autor: Lars Meierwisch, Jugend-Online.info
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